Ich halte ihn für MEINEN Garten – denn ich übe in ihm (meist) die Oberherrschaft aus, und manches Sein oder Nicht-sein der Pflanzen, die sich in diesem Garten tummeln, liegt in meiner Hand.
Das bringt mich gleich der philosophischen Frage nahe: WER DARF DA SEIN UND WACHSEN - WER NICHT?
Welche Pflanzen erkläre ich für Unkraut???
Löwenzahn? Miere? Ackerwinde? Klee, Holunder, Hahnenfuß?
Die auch, natürlich. Leider muss ich aber zugeben, dass es zum überwiegenden Teil Pflanzen sind, die ich selbst irgendwann einmal gepflanzt habe. Später wachsen sie mir über den Kopf.
Im Wesen ’meiner’ Unkräuter liegt es also eindeutig, dass sie sich ausbreiten, unkontrolliert den Garten mit ihrer Nachkommenschaft bevölkern, ihren Nachbarn die Luft, den Raum zum Leben nehmen.
Zunächst freue ich mich, dass meine lieben Pflänzchen gedeihen, sehe voller Staunen, wie sie sich aussähen oder mit Trieben wuchern. Ich dünge sie, bin begeistert, dass sie vor Gesundheit strotzen, duften, Farbakzente setzen.
Spätestens, wenn die ersten, an unpassenden Stellen die anderen Gartenbewohner überwuchern, wenn ich sie deshalb dort entfernen möchte und bemerke, dass sie sich mit hölzernen oder anderen widerspenstigen Wurzeln meinen Wünschen widersetzen – spätestens dann ahne ich, dass ich mich hier auf ein UNKRAUT eingelassen habe.
Manchmal allerdings bin ich selbst noch Feuer und Flamme für ein Pflanzenheer, da beschließt mein Mann, dass er dagegen ist. Tja – zum Glück gibt es Kompromisse.
Ihr Unwesen in ’meinem’ Garten treiben der Kriechende Günsel – von mir vor ewigen Zeiten als ’Bodendecker’ eingeladen - genau wie die Goldnessel. Wie kann man nur so dämlich sein, so etwas zu pflanzen! ( Pssst! Von Walderdbeeren, ganz zu schweigen!!!) Ich fürchte sogar, dass die Erinnerung mich nicht täuscht und ich irgendwann Wolfsmilch und Nachtkerze eingeschleppt habe.
Andere kamen noch viel harmloser daher und an einigen Stellen dürfen und sollen sie ja auch gedeihen. Hierzu gehören die Heerscharen von Akelei, die Pest des Frauenmantels, von Maiglöckchen und Efeu.
All diese vermehrungsfreudigen Typen werden leider bei Weitem übertroffen vom Pfeifenstrauch. Der Pfeifenstrauch ist kein Strauch sondern ein alles umschlingendes Schicksal. Er wächst unterirdisch unter meterbreiten Betongartenwegen durch, kommt hoch, wo er will, umarmt windend die ganze Welt.
Es gibt noch andere Wuchertypen im Revier – nur leider muss ich gestehen, dass ich deren Namen nicht weiß:-(
Also werden sie sozusagen anonym eliminiert. Ha! :dezimiert wollte ich sagen!
Wer meine Hände sieht, weiß, wovon ich rede :-))
PS: Gerade fällt mir ein, wie ich heute darauf kam, vom Garten zu erzählen: Gestern, im Fußballwahn, habe ich meine Sommergartenstiefel neben den zukünftigen Kürbissen draußen abgestellt. Das quietschfeuchte Ergebnis brachte mich so richtig zum Philosophieren:-)
haudujudu - 26. Jun, 11:44
Heute beschert das Tageblatt seinen geneigten Lesern eine Beilage über gute Tischmanieren.
Mein Mann sprudelt schier über vor Begeisterung.
Beim Mittagessen nimmt er kaum einen Bissen zu sich ohne wohlwollenden Kommentar über den Artikel. Zufrieden mit sich selbst, weil er alles weiß und schon immer richtig gemacht hat.
Ich staune.
„Den Löffel mit der Suppe kann man auf zweierlei Weise füllen - UND man kann ihn mit der Spitze oder der Seite nach vorn zum Mund führen.
Und die Serviette, die wird nicht vorn in den Kragen gesteckt und schon gar nicht in den Gürtel – die wird locker über den Oberschenkel gelegt.“
Ich bin angenehm berührt von so viel Enthusiasmus.
„Bevor man trinkt, tupft man sich grundsätzlich die Lippen mit der Serviette sauber.“
„Ja, genau!“
„Und wenn man fertig ist mit Essen, legt man im Restaurant das Besteck parallel nebeneinander, und wenn man noch etwas will, bildet man einen Winkel mit Messer und Gabel. Und überhaupt packt man die Gabel nicht so voll. Und vom Brot, das man sich als Vorspeise bei Tisch bestreicht, rupft man sich nur jeweils kleine Bröckchen ab! Hach! Das mach ich alles schon!“
Das ist doch endlich mal ein den Frohsinn fördernder Bericht. Das Tageblatt rutscht in meiner Wertschätzung fünf Plätze nach vorn. Mindestens.
„Wir müssen den Artikel unbedingt für die Kinder aufheben, damit es bei Tisch nicht wieder Karambolagen gibt.“
„Unbedingt!“
Er pustet kräftig über seine heiße Kartoffel. Soßentröpfchen sprühen.
„Oh, schau das schöne Tischtuch!" Eigentlich - hätte ich mir die Bemerkung heute verkneifen können.
„Ach weißt du“, er lugt schelmisch hinter seiner Serviette hervor, bevor er sie im Nacken knotet. „Mir san ja dahoam!“
haudujudu - 31. Mai, 14:18
Salatesser unter sich:
"Das Bio-Gütesiegel wirkt auch nur,
wenn man es mitisst!"
haudujudu - 28. Mai, 13:37
Eins weiß ich genau, ich liebe nicht nur Adriano Celentano :-) sondern auch den 'Gutmenschen’ in mir.
Warum werden diese 'Gutmenschen’ so verteufelt?
Ich sage laut: „Heh, das hast du aber fein gemacht! Bist ein prima Kerl!“
Zu wem sage ich das? Wer war der Feinmacher von heute? Wer ist dieser unglaublich nette Kerl?
Wer der, der meist dann doch wieder alles versaut? :-(
ICH anscheinend nicht. ICH bin der Kritiker.
Tja, da bin ich eigentlich fein raus.
P.S.: Ich weiß, dass hier irgendein Denkfehler dabei ist.
Momentan komm ich nur zum Glück nicht darauf ...
haudujudu - 27. Mai, 00:44
Langsam komme ich den Dingen auf die Schliche.
Da ist diese zierliche Frau, die mich im Quelleshop angiftet.
Der Mann, der nicht zuhört, auf falsch Verstandenem beharrt, die Frau, die meine Mail nicht beantwortet.
All das nehme ich zur Kenntnis. Ich nicke und sage mir: Ja, okay, so ist das also (bei denen).
Da gibt es die politischen Grausamkeiten, Verbrechen, Manipulationen, Unterschlagungen, Lügen.
Solches nehme ich betroffen zur Kenntnis. Und ich weiß, dass alles, was ich tun kann, was ich tun muss, Beten ist.
Dann aber begegnet mir irgendein Furz. Über den könnte ich mich kolossal ereifern und tu es auch. Und genau da – nicht zu glauben - liegt bei mir selbst der Hund begraben. Gut zu wissen :-))
haudujudu - 21. Mai, 12:25
Wie einfach und schön könnte doch ein Leben sein mit einem Guru - möglichst einem von gleich um die Ecke herum, zum Anfassen nah! Dafür würde ich glatt umziehen;-)
Ein Guru, das ist Einer, der letztlich, wenn ich mich erst ganz auf ihn eingelassen habe, das Denken für mich übernimmt, Leitbild ist, dem ich blind folge.
Das hat zum einen den großen Vorteil, dass ich nichts mehr falsch machen kann, zum anderen darf ich mich geborgen fühlen in der Schar weiterer Anhänger und glücklich und erhaben im Wissen um den nunmehr vorprogrammierten geistigen Aufstieg.
Im Laufe der Jahre habe ich vielen nachgespürt. Denen, die gern anderen etwas sagen wollen, die eine Aura des Wissens – wenn nicht gar himmlischer Helligkeit – um sich verbreiten. In viele ’große’ Philosophen habe ich mich eingelesen.
Insbesondere die Heiler haben mich angezogen, und die, die Großartiges für die Menschen geleistet haben in Form caritativen Schaffens. Hier denkt man, DIE müssen der Wahrheit auf der Spur sein.
Diese Menschen mit der von ihnen strömenden Hilfe für Millionen Arme, Kranke, Hilfsbedürftige werden ihren Lohn erhalten.
Nur, wo sie versuchen, anderen den Weg zum Aufstieg zu zeigen, wird es kritisch. Die Lehren der Großen sind vielfältig und stimmen nur in Teilbereichen überein.
Ich respektiere jeden ernsthaft Suchenden, habe große Hochachtung vor den großen Helfern!
Und obwohl mir völlig bewusst ist, dass ich im Vergleich zu manch hellem Licht nur mit lächerlich kleiner Flamme unterwegs bin, ist mir auch bewusst, dass mir nichts anderes übrig bleibt, als selber weiter zu denken, zu prüfen.
Und niemals – wirklich niemals! – kann ich einer Lehre folgen, die den Unterschied zwischen Geistigem und Göttlichen nicht kennt.
Ade, lieber Guru, von um die Ecke rum!
haudujudu - 12. Mai, 12:39
haudujudu - 28. Apr, 15:45
Manchmal – gelingt es mir, meine Waage auszutricksen.(Schnell noch dreimal ausspucken oder so:-))
Manchmal läuft es umgekehrt.
Heute Morgen stieg ein reiner Unschuldsengel auf das tückische Instrument.
Sekunden später stieß dieser Engel einen Schrei ungläubigen Entsetzens aus.
Dann begann ein großes Grübeln.
Nie arbeiten meine grauen Gehirnzellen effektiver, als wenn ich nach unpersönlichen Gründen suche, aus denen meine Personenwaage aggressiv auf mich reagiert.
So habe ich tatsächlich auch heute mich selbst von jedem Hauch einer Mitverantwortung freisprechen dürfen. Zum Glück bin ich darauf gekommen, dass gar nichts anderes der Grund sein kann, als dieses schwere Parfüm ...
dieses verdammt schwere Parfüm!
Bisher war ich süchtig darauf ...
haudujudu - 27. Apr, 11:09
Endlich ganz angekommen!
Willkommen im Kreis deiner Herde:-))
Bemerkenswert: Es gab keinen Herzinfarkt, keinen Nervenzusammenbruch oder sonstigen Bruch der Herde, kein Donnerwetter - nicht mal Drohungen, Auweh-Geschrei, Meuterei -
Dies ist DAS WUNDER DES JAHRES!


haudujudu - 31. Mrz, 13:22
Werbung.
Soll ich machen.
Für unsere neue Anthologie.
Hee?? Die Anthologie ist spitzenmäßig gut!
Ein harter Hammer, der den Schriftstellerhimmel in Stücke haut.
Glorienscheine der Verweigerung legen sich sanft über mein Haupthaar.
Der findet von ganz allein jede Menge Interessenten.

haudujudu - 24. Jan, 14:36
Mit einem Huhn fing der Stress an, wohl bemerkt, mit einem ehemals glücklichen – weil in Bayerischen Landen frei laufenden!
Also ... ich kenne Hühnerbeine, Hühnerbrust, Hühnchenfilets,
Brathendl, Hühnersuppe – ganz zu schweigen von den geliebten wachsweich gekochten Eiern.
Aber, wer rechnet schon mit einem Riesenviech von einem Suppenhuhn, noch richtig mit Hals und Bürzel dran? Ich hatte damit zu rechnen, denn mein Mann knallte mir so eines auf den Küchentisch.
„Hier, da kannst du gleich mit Kochen anfangen, dann bist du fertig bis zu deinem Geburtstag.“ (in 14 Tagen!)
Ich bin ein tapferer Mensch. Aber was dieses Tier für ein Innenleben hatte! Na ja, wofür gibt es Kochbücher ...
Familienfeiern sind das Salz in der Suppe des Lebens – zumindest zu etwas vorgerückter Stunde seiner Uhrzeit. Bei Familienfeiern, zu denen dein Mann seine Heimatkumpel dazu bittet, schmeckt die Suppe leicht versalzen.
Schwamm drüber?
Das Leben schmerzt jeden Tag an anderer Stelle – meist nicht einmal körperlich. Es pocht und gibt keine Ruhe.
Kein Wunder, wenn sich deine Lebenslügen unentwegt mit hohen ethischen Ansprüchen raufen.
Ha – wie gut, dass die Heimatkumpel (vielleicht) kommen!!!
Wegen des Bahnstreiks und anderer Widrigkeiten haben die engeren Verwandten jetzt abgesagt. Genau die, derentwegen wir unsere Feier mitten in die Woche gesteckt haben, an den echten Geburts-Tag eben, an dem andere wiederum arbeiten müssen.
Vielleicht schneit es bis zum Tage X aber auch so sehr, dass überhaupt keiner erscheint.
Der erste Schock ist verwunden. Zum Glück hat jedes Ding zwei Seiten! Jetzt bleibt es mir erstens total erspart, ernsthaft um meine Hausfrauenehre zu kämpfen – was ich gar nicht gern versuche, da ich nur unterliegen kann.
Zweitens habe ich inzwischen vorgekocht bis Weihnachten!
Goulasch und Kalbsgeschnetzeltes ruhen einträchtig neben dem köstlichem Frikassee vom bereits vorgestellten Huhn im Gefrierschrank.
In Großfamilienportionen!!! – Da essen wir glatt jeweils fünf mal dran. Mindestens.
Was wollte ich noch sagen? Ach so: Alles überstanden!!!
Nette Feier mit netten Gratulanten von nah und fern, hundert mal Kellertreppe runter und rauf – und doch nicht abgenommen.
Also, ehrlich gesagt, eher im Gegenteil!
Und das ist es, was mich unglaublich wurmt. Jetzt bin ich siebzig, was für sich allein genommen ja schlimm genug ist – aber dann auch noch so dick!!!
PS. Beinahe hätte ich vergessen, von meinem Lieblingsgeschenk zu erzählen - als federleichtes Packerl erhalten von meinem Patenneffen, Tierarzt.
"So bin ich denn ausgezogen, ein Geschenk zu kaufen."
Er nennt das beim örtlichen Ökoschäfer-Hofladen (den er besonders ins Herz geschlossen hat) erstandene Filztäschchen ein 'Schriftstellerutensilientäschchen'. Wer hat schon so was? Ich bin gerührt und glücklich, hänge mir den halben Tag das dunkelbraune Schmuckstück mit Filzrosenbrosche über die Schulter und hoffe, dass es inspirierend wirkt!
haudujudu - 1. Dez, 09:49
Das ist schön bei den Deutschen:
Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.
Heinrich Heine
haudujudu - 16. Nov, 17:37
Der Psychiater fragt den Patienten:
"Halten Sie sich schon lange für einen Prinzen?"
"Nein, erst seitdem ich kein Frosch mehr bin!"
haudujudu - 13. Nov, 22:30
Wer sich in den Schatten zurückzieht,
wirft selber keinen mehr.
haudujudu - 11. Mai, 13:23