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einer vom starken Geschlecht

Samstag, 31. Mai 2008

wo er recht hat ...

Heute beschert das Tageblatt seinen geneigten Lesern eine Beilage über gute Tischmanieren.
Mein Mann sprudelt schier über vor Begeisterung.
Beim Mittagessen nimmt er kaum einen Bissen zu sich ohne wohlwollenden Kommentar über den Artikel. Zufrieden mit sich selbst, weil er alles weiß und schon immer richtig gemacht hat.
Ich staune.
„Den Löffel mit der Suppe kann man auf zweierlei Weise füllen - UND man kann ihn mit der Spitze oder der Seite nach vorn zum Mund führen.
Und die Serviette, die wird nicht vorn in den Kragen gesteckt und schon gar nicht in den Gürtel – die wird locker über den Oberschenkel gelegt.“
Ich bin angenehm berührt von so viel Enthusiasmus.
„Bevor man trinkt, tupft man sich grundsätzlich die Lippen mit der Serviette sauber.“
„Ja, genau!“
„Und wenn man fertig ist mit Essen, legt man im Restaurant das Besteck parallel nebeneinander, und wenn man noch etwas will, bildet man einen Winkel mit Messer und Gabel. Und überhaupt packt man die Gabel nicht so voll. Und vom Brot, das man sich als Vorspeise bei Tisch bestreicht, rupft man sich nur jeweils kleine Bröckchen ab! Hach! Das mach ich alles schon!“

Das ist doch endlich mal ein den Frohsinn fördernder Bericht. Das Tageblatt rutscht in meiner Wertschätzung fünf Plätze nach vorn. Mindestens.

„Wir müssen den Artikel unbedingt für die Kinder aufheben, damit es bei Tisch nicht wieder Karambolagen gibt.“
„Unbedingt!“

Er pustet kräftig über seine heiße Kartoffel. Soßentröpfchen sprühen.
„Oh, schau das schöne Tischtuch!" Eigentlich - hätte ich mir die Bemerkung heute verkneifen können.
„Ach weißt du“, er lugt schelmisch hinter seiner Serviette hervor, bevor er sie im Nacken knotet. „Mir san ja dahoam!“

Samstag, 8. Juli 2006

Männer!

Wie gut, dass es Männer gibt - das starke Geschlecht.
Männer, das sind die Menschen, denen es - im Gegensatz zu Frauen - normalerweise absolut und total schnurzegal ist, wie sie gerade aussehen.
Diese Einstellung hat aber durchaus ihre Berechtigung, denn: Männer sind ja die, die von Haus aus IMMER gut aussehen. Sie haben (Leder)Jacken und Westen und die ergeben grundsätzlich ein tolles Outfit.
Frauen, also das sind jedenfalls die, die den Männern dort ab und zu die Knöpfe wieder annähen.
Gestern ward mir die ehrenhafte Aufgabe zuteil, einen abgerissenen Lederwestenknopf wieder seinem angestammten Platz zuzuführen.
"Schatz, ich hab ganz gut auf ihn aufgepasst! Der Knopf steckt in der Seitentasche."
Hocherfreulich, wenn bei solchen Gelegenheiten, tatsächlich das Wichtigste vorhanden ist. Ich suche. An dieser Weste gibt es ausschließlich Seitentaschen.
Erste Außenseitentasche: Fehlanzeige abgerissener Knopf, dafür aber vorhanden:
1 zusammengefaltete große Papierserviette
1 kleine dito
1 unbenutztes ausgefranstes Tempotuch
2 halbe Täfelchen Traubenzucker( Notration, mein Mann ist Diabetiker)
2 Lederersatzknöpfe!(noch ab Werk, fein säuberlich in Celluphan eingeschweißt)
1 Packerl aus zusammengefaltetem Toilettenpapier
1 rechteckiges Stück Papier, zweimal gefaltet mit der Zahlenreihe 482319071
4 Zahnstochrer in Celluphan, einer davon zerbrochen
1 Streichholzmäppchen Marke Holiday Inn
9 eigene Visitenkarten

Zweite Außentasche:
17 eigene Visitenkarten verschiedener Ausführung
3,5 Täfelchen Traubenzucker
2 Tempo, unbenutzt, stark zerfranst
1 schwere schwarze Röhre ( entpuppt sich bei ausgiebiger Begutachtung als Taschenlampe)
und, oh Wunder, DER KNOPF!

Spaßeshalber habe ich noch in der inneren Tasche nachgeschaut, in der normalerweise eine schwere Geldbörse die Weste zu ihrem charakteristisch schiefen Hang bringt - fand momentan nur
1 Tempotuch, unbenutzt.

Was ich entfernt habe? Da es mir bei Todesstrafe verboten ist, jemals irgendwelche Papiertücher - wo auch immer - zu eliminieren, entnahm ich nur den dreimal zerbrochenen Zahnstocher samt Hülle und die Ersatzknöpfe. Die bewussten Papiere braucht ein Mensch nämlich dringend 'für hinterlistige Zwecke', wie mein Mann gern mit einem Augenzwinkern verrät.

Um der (optischen) Richtigkeit und der Wahrhaftigkeit willen fühle ich mich verpflichtet, noch zu erwähnen, dass eine solche Westentasche EIN NICHTS ist gegenüber allen Hosentaschen, die mit ihren geschwulstmäßigen Ausbuchtungen aus Messern, Stofftaschentüchern, Plastiktüten . . . Fundgruben ganz anderer Dimension präsentieren.

Jaja, schön ausgestopft lieben sie sich, die Männer!
Um ehrlich zu sein: manchmal braucht man sogar was von all dem Kram.

Isses online?

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